Hier können Sie sich den Informationsflyer zu Roland 1525 herunterladen.

Über die Geburt einer Idee und wie diese dann Gestalt annahm

Die Geburtsstunde der neuen Bronzeplastik lag im März 2020. Gedankliche Vorarbeiten  begannen also bereits über 2 Jahre vor der Aufstellung dieser bronzenen Roland-Szenerie, als Stadtmusikdirektor Michael Hentschel fünf weitere Gleichgesinnte in Form einer Aktionsgruppe zusammentrommelte.  Hentschel blieb über die gesamte Zeit der befruchtende Motor dieses kleinen Kreises von Initiatoren, der in der Anfangszeit auch um die Ideenfindung für das künftige Kunstwerk bemüht war. Parallel dazu wurde auch nach dem passenden Künstler, der passenden Künstlerin für das Vorhaben, auch im regionalen Umfeld, gesucht.

Anlass zu diesem Unterfangen war die seinerzeit laufende Sanierung des Schadewachten und die längst überfällige Schaffung von neuer Kunst im öffentlichen Stendaler Raum. Die letzten Plastiken in der Stadt entstanden vor über 30 Jahren im Zusammenhang mit dem massiven Ausbau Stendals als Wohnsiedlung für das vor den Toren wachsende Kernkraftwerk!

Höchste Zeit, neue Zeichen zu setzen.

Das bevorstehende 1.000. Stadtjubiläum und ein geplantes Landes-Fest für 2022 in der Stadt waren weitere Argumente für eine aktuelle zeitgemäße künstlerische Attraktion. Gabriele Bark, Simone Habendorf, Jutta Schulz, Rüdiger Laleike und Hendrik Schiebeck brachten ihre jeweiligen Spezifika in die Aktion mit ein: Geschichte und Gegenwart der Stadt, Kunst im öffentlichen Raum, Stadtgestaltung, finanzielle und rechtliche Rahmenbedingungen etc.

Schon bei der ersten Begegnung mit dem künftigen Autor Wolfgang Friedrich in der Stendaler Katharinenkirche zeichnete sich eine Grundidee für die Plastik ab: Nach einem Blickkontakt zwischen Bildhauer und den im Musikforum lagernden Originalteilen des Stendaler Rolands machte dieser den Vorschlag, die Aufstellung des Rolands vor 500 Jahren in Szene zu setzen. Die Initiativgruppe hatte er bereits zu diesem Zeitpunkt auf seiner Seite...

Nachdem der Künstler die Initiatoren von seiner Arbeitsweise überzeugt hatte, halfen der Oberbürgermeister  und die Stadtverwaltung sowie die Kaschade Stiftung über organisatorischen Hürden. Nach verschiedenen  Veröffentlichungen  und einer Informationsveranstaltung fanden sich auch noch wirklich viele große und kleine Spender für dieses inzwischen bedeutende Projekt in Stendal.

Vielen Dank an Alle!

Stendal 2022
 

1947Wolfgang Friedrich in Torgau geboren
1966Abitur mit Berufsausbildung als Glasfacharbeiter
1968Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bis 1973 mit anschließender Aspirantur
seit 1978freier Bildhauer in Rostock
2003Dozent für Grundlagenstudium an der Technischen Kunstschule in Rostock bis 2009
viele Ausstellungen mit unterschiedlichen Arbeiten im In- und Ausland, vor allem aber in Norddeutschland - auch in Stendal:
„Archäologisches Grabungsfeld" im Winckelmann-Museum Stendal

Preise

1989Kulturpreis der Stadt Rostock
1998Ernst-Rietschel-Kunstpreis für Bildhauerei, Dresden u.a.

Aus seinen Intentionen zitiert:

Das Kleine kann niedlich sein, das Große peinlich werden."
"Ich sehe meine Arbeit als Gratwanderung hin zur eigenen Mitte. Die Welt als Modell, in dem das Auge lange umherwandern kann, ohne anzukommen."

Wolfgang Friedrich ist ein Bildhauer des Gegenständlichen mit einer ausgeprägten künstlenschen Handschrift. Er bearbeitet Spezifisches zu einer grunsätzlichen Dartellung. Basierend auf seiner Zeit und Erfahrung in der DDR besitzt er ein enormes kunsthistorisches Wissen. Er zeigt gern das Gegenwärtige im historischen Gewand in verschiedenen Abstraktionsgraden. Seine geografische Verortung - Geburt in Torgau, Lebensarbeitszeit in Rostock - umschließt Stendal aufs Schönste. Seine Kunst holt die Betrachter auf allen Erkenntnisebenen ab: künstlerisch formal, erzählerisch, anekdotisch fabulierend, historisch kombinierend und asthetisch genießend. Seine Erfahrungen mit baugebundener Kunst und im bevorzugten Bronzeguss ließen bei der Ausführung Gutes erwarten. Seien Vorschläge und Anmerkungen anlässlich einer Ortsgegehung zeigten sein Gesprür für Gotik, Gründerzeit etc. Seine gemeinsamen Arbeiten mit der elemenhorster "Bildgießerei Wittkamp"  basieren stets auf einer kongenialen Zusammenarbeit.

Jutta Schulz